Wenn ein Kontakt die „fristlose Kündigung“ bekommt

Woran liegt es, dass ein Kontakt ohne Vorankündigung wieder "entfreundet" oder eine Anfrage erst gar nicht angenommen wird? Gründe dafür gibt es viele!

In den sozialen Netzwerken hat man viele tolle Kontakte, auf die man nicht mehr verzichten möchte. Leider gibt es auch aber Kontakte, die unangenehme Macken haben. Dadurch wird die Freundschaft extrem belastet und das harmonische Miteinander gerät aus den Fugen. Doch oftmals  fehlt die Zeit oder gar die Lust, dem auffälligen Kontakt mitzuteilen, was er  falsch macht bzw. was dieser ändern sollte.

Manchmal wird man sogar müde belächelt, wenn man jemanden bittet, eventuell einige Dinge zu ändern bzw. zu unterlassen. Eine virtuelle Freundschaft ist kein Bund für die Ewigkeit, demnach ist der Cut ganz leicht zu vollziehen. Schade, denn so gehen wertvolle Verbindungen auseinander, mit denen man eine Geschäftsverbindung aufbauen oder das Empfehlungsmarketing weiter ausbauen können.

Woran liegt es, dass Kontakte ohne Vorankündigung die Freundschaft lösen oder eine Anfrage erst gar nicht angenommen wird?
Gute Gründe dafür gibt es einige:

Kontaktanfrage stellen oder abonnieren?

Niemand möchte mit Hunz und Kuntz befreundet sein! Das Gefühl, sich wie eine Briefmarke in einer Briefmarkensammlung zu fühlen, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Wenn eine lieblose Anfrage ohne eine Nachricht eintrudelt, warum man mit jemandem befreundet sein möchte oder ein Abo nicht ausreicht, hat von vornherein seine Chance auf einen weiteren netten Kontakt verwirkt. Niemand bricht sich einen Zacken aus der Krone, in dem er vorab nette Zeilen schreibt und um eine Kontaktaufnahme bittet. Bei Facebook kann man einen Kontakt sogar abonnieren, das macht die spätere Kontaktaufnahme leichter, wenn man sich vorher bereits ausgetauscht hat. (Hierbei versteht es sich von selbst,das es fatal wäre, wenn zur Kontaktanfrage auch noch ein Werbelink hinzu käme.)

[bctt tweet=“Bei einer Kontaktanfrage ist vorab eine kurze Nachricht sehr hilfreich! “ via=“no“]

Neu gewonnenen Kontakten die Luft zum Atmen nehmen

In erster Linie sollte immer daran gedacht werden, dass jeder von uns seine eigenen Interessen hat. Bevor man mit dem neuen Kontakt liiert war, hat man bereits gelebt und wird auch nach der Trennung weiter leben. Nur weil ein neuer Kontakt dazugekommen ist, krempelt man nicht das ganze Tun und Handeln um. Es muß akzeptiert und respektiert werden,  dass bereits länger befreundete Kontakte Vorrang haben und man sich bereits intensiver austauscht als mit einem gänzlich neuen Kontakt, den man erst mal kennen lernen muss.

Ebenfalls sollte niemand eifersüchtig oder beleidigt reagieren, nur weil man mit anderen Kontakten ebenfalls Spaß hat, weil sie einem zum Lachen bringen oder auch dann da sind, wenn es einem mal nicht so gut geht! Einen neuen Kontakt alle paar Minuten fragen, was man gerade macht, nimmt die Luft zum Atmen und engt massiv ein. Zumal man immer im Hinterkopf behalten sollte, das es neben Social Media noch den realen Berufsalltag gibt, wo man nicht mal eben zum Chatten ins Internet kommt. Stalker legen übrigens das gleiche Verhalten an den Tag!

[bctt tweet=“ Es gibt neben Social Media auch noch den knallharten Berufsalltag – kaum jemand ist daueronline!“ via=“no“]

Die permanente Aufforderung zum Teilen von Blogbeiträgen oder Postings

Wer beruflich in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, möchte natürlich, dass die eigene Seite bekannt wird. Holzhammermethoden zur Einladung schrecken eher als das sie wirkliches Interesse erzeugen. Permanente Hinweise  zur Aufforderung, der Seite ein Gefällt mir abzugewinnen,  bringen definitiv den Umkehreffekt! Wenn keine interessanten Postings erscheinen, ist es vergebene Liebesmüh, um ein Like zu betteln. Den Zeitpunkt, wann jemand Fan werden möchte, bestimmt der Kontakt selber, nicht der Fanseitenbesitzer. Das ändert  auch dann nichts daran, wenn in regelmäßigen Abständen per Privatnachricht gebeten wird, bestimmte Postings oder Blogbeiträge zu teilen. Aus einer Gefälligkeitsbitte wird schnell eine gedankenlose Daueraufforderung!

[bctt tweet=“Permanente Aufforderungen, Blogbeiträge oder Postings zu teilen, sind nervig! “ via=“no“]

Das Privatprofil wird zum Werbekanal

Nun ist man  Fan von einer Seite geworden und dennoch werden sämtliche Beiträge von dieser Seite permanent mit dem privatem Profil geteilt. Kontakte sehen nun alles doppelt und dreifach und es fängt an, langweilig mit dem Kontakt zu werden, weil nichts persönliches mehr rüberkommt. Der kurz vorher versprochene Katzen-Content bleibt aus.  Da Facebook die Sichtbarkeit eingeschränkt hat und nur derjenige, der bereit ist, für hervorgehobene Postings zu zahlen, kommen viele auf die Idee, die Postings nochmal mit dem privaten Profil zu teilen. Dieses hat den Effekt, das man irgendwann vor der Frage steht, ob man mit demjenigen überhaupt noch befreundet sein möchte, denn als Fan sieht man genau das, was auch das Privatprofil postet.

[bctt tweet=“Wer braucht einen Freund der einen immer nur mit Werbung zudröhnt? “ via=“no“]

Markierungen und Erwähnungen

Markierungen und Erwähnungen sind eine gute Gelegenheit, andere Kontakte auf sich aufmerksam zu machen. Das Benachrichtigungspostfach läuft über und wenn man dieses Posting entdeckt hat, wird zum wiederholten Male festgestellt, dass diese Markierungen nur einem Zweck dient: Die berufliche Aktivität wird hervorgehoben und hat mal wieder keine persönliche Note. Ob man den Spieß mal umdrehen sollte und Kontakt X ebenfalls mit Dauermarkierungen in Bildern, Statusmeldungen und Kommentaren erwähnen soll? Es bleibt zwar die Möglichkeit, eine Markierung selber wieder zu entfernen, aber im Endeffekt kostet das Zeit und Nerven. Hier sollte man wirklich nicht übertreiben, denn einige fühlen sich dadurch extrem belästigt!

[bctt tweet=“Kontakte in jedem Posting zu markieren und erwähnen sollte kein Dauerzustand werden!“ via=“no“]

Aufforderung zur Aufmerksamkeit

Manche Kontakte vermitteln (unbewußt?) das Gefühl, nur das Mittel zum Zweck zu sein. Selber wird man links liegen gelassen, auf eigenen Postings reagieren sie selten oder kaum und verlangen im gleichen Atemzug von ihren Kontakten volle Aufmerksamkeit. Das geht sogar soweit, das per Privatnachricht einen Wink mit dem Zaunpfahl kommt: „Hast du mein Posting nicht gesehen? Reagier doch mal bitte..“ Das eigenes Ego steht ständig im Vordergrund und lässt das „Ich-Chef-Du-Nix“-Gefühl aufkommen. Findet kein gemeinsamer Austausch statt und man wird zu Handlungsaufforderungen hingewiesen, ist dies ebenfalls ein sehr guter Grund, sich zu trennen. Eine Freundschaft, die so einseitig ist, ist allenfalls eine Zweckbeziehung!

[bctt tweet=“Los, jetzt reagier doch mal – ich hab was gepostet!“ Dieses Tun ist blanker Egoismus!“ via=“no“]

Das Verhalten in einer Gruppen

Wenn man in einer Gruppe vertreten ist, sollte man auch die anderen Mitglieder nicht links liegen lassen und ebenfalls beachten! Hier lernt man wiederum neue Kontakte kennen und es entstehen so nicht nur Freundschaften, sondern auch Geschäftsbeziehungen. Es ist also vollkommen normal, dass man bei bestimmten Themen nicht immer der gleichen Meinung ist. Bei unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen sollte man dennoch in der Lage sein, den höflichen und niveauvollen Ton zu wahren. Die Sichtweise eines anderen muss akzeptiert und respektiert werden! Liegt dieser mit einer Behauptung oder Vermutung falsch, kann man ihn dennoch vom Gegenteil überzeugen.Ein höflicher und respektvoller Austausch ist Pflicht und lernt man bereits von Kindesbeinen an. Sonst kann man den Kontakt wohl kaum mit dem Begriff Freundschaft verknüpfen geschweige denn eine Geschäftsbeziehung entstehen lassen. Die Nettiquette sollte immer gewahrt werden, egal um welches Thema sich auch handelt.

[bctt tweet=“Man sollte Kontakte so behandeln, wie man von ihnen auch behandelt werden möchte.“ via=“no“]

Nötigung zum Gruppenzwang

Wer andere Kontakte ungefragt in Gruppen hinzufügt, riskiert ebenfalls entfreundet zu werden. Vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, gefällt niemandem und erzeugt schnell dieses böse Grummeln im Bauch. Es kann nur eine aktive  Gruppenteilnahme entstehen, wenn das Interesse an einem bestimmten Thema vorhanden ist und Mitglieder aus freien Stücken entscheiden, ob sie dazugehören möchten oder nicht.

[bctt tweet=“Die Teilnahme in einer Gruppe sollte nicht zwangsweise herbeigeführt werden! “ via=“no“]

Veranstaltungen

Unkontrollierte Einladungen zu Veranstaltungen gleich welcher Art sind ebenfalls ein Thema, was bei vielen sauer aufstößt. Der Veranstalter sollte sich wenigstens vorher mal informieren, ob Mitglieder nicht per Flugzeug anreisen müssten, um daran teilnehmen zu können. Auch würde eine stundenlange Autofahrt zu einer zehn minütigen „Sack-Reis-Umfall-Bewunderung“ keinen Sinn machen. Bei Einladungen zu Webinaren und Seminaren sollte man taktvoll vorgehen, indem man auf die Veranstaltung zwar aufmerksam macht, die Kontakte jedoch nicht ziellos dazu einlädt. Diejenigen, die dabei sein möchten, werden sich schon melden, denn oftmals ignoriert man Einladungen nur zu gerne, wenn das Thema nicht interessiert!

[bctt tweet=“Bei den zahlreichen Einladungen umkreist man mindestens einmal täglich den Erdball!“ via=“no“]

Ungefragt Newsletter verschicken

Oftmals findet man von „neuen“ Freunden Mails, Newsletter und sonstige unerwünschte Post im Postfach wieder. Wer hier nicht den Anstand besitzt, nachzufragen, ob eine solche Mail überhaupt willkommen wäre, läuft nicht nur Gefahr, Post vom Anwalt zu bekommen. Die neue Freundschaft steht somit gleich auf der Kippe! Nur weil man befreundet ist, bedeutet das noch lange nicht, seinem Gegenüber mit Informationen überhäufen zu dürfen, die ihn gegebenenfalls überhaupt nicht interessieren. Rechtlich gesehen ist dieses ebenfalls ein heißes Eisen. Wer nicht Post von einem Anwalt bekommen möchte, sollte vorher abklären, ob der Empfänger damit einverstanden ist.

[bctt tweet=“Newsletter und Werbemails dürfen nicht ohne Zustimmung des Empfängers versendet werden!“ via=“no“]

Unangemeldete Anrufe

Wenn jemand unangemeldet anruft, zwingt er seinen Gegenüber, den gewohnten Tagesablauf zu unterbrechen. Unpassende Anrufe sind mehr als ärgerlich, immerhin weiß niemand, was sein Gesprächspartner am anderen Ende des Telefon gerade macht, sobald man die Nummer wählt. Die Welt bliebt nicht stehen und niemand sitzt wartender Weise zu Hause oder im Büro und wartet nur darauf, dass endlich das Telefon klingelt. Vorher einen Termin zum Plausch ausmachen, ist für beide Teilnehmer wesentlich angenehmer. Somit kann man sich passend darauf vorbereiten. Der beliebte Spruch:“ Es dauert auch nicht lange“ ist oftmals nur ein Vorwand, um den anderen massiv von seinem eigentlichen Tun abzulenken.

[bctt tweet=“ Zeit für ein Telefonat – ohne Terminplan geht es nicht!“ via=“no“]

Ständig auf kostenlose Hilfe hoffen

Natürlich helfen Kontakte gerne bei der Lösung von Problemen, doch es gibt auch Grenzen. Jeder Dienstleister verdient sein Geld mit dem Insiderwissen, dass er sich mit Schulungen und Weiterbildungen aneignen konnte und hat sich nicht ohne Hintergedanken selbständig gemacht hat. Unbegrenzt kostenloses Wissen abgreifen zu wollen, bringt den Dienstleister nicht nur in finanzielle Probleme, er könnte somit gleich beim Amt sein Gewerbe wieder abmelden! Denn ausführliche Erklärungen von speziellen Lösungen kosten Zeit! In dieser Zeit werden andere Tätigkeiten liegen gelassen und müssen später wieder aufgeholt werden. Das geplante Protokoll für den Tag gerät dadurch stark ins Schwanken. Unentwegt Hilfe für lau abgreifen zu wollen und den anderen bewusst von seiner Arbeit abzuhalten – das hält die stärkste Freundschaft nicht aus!

[bctt tweet=“Kostenlos ist nicht einmal der Tod, denn der kostet das Leben! ;-) “ via=“no“]

Wie ein Elefant, der durch den Porzellanladen trampelt, so trampeln manche „Freunde“ auch auf dem Nervenkostüm ihrer Kontakte rum. Dieses Verhalten ist oft ein Grund, warum man dem anderen ohne Worte und total genervt den Rücken zudreht und nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte. Ein wenig Achtung und Respekt voreinander ist der Baustein für ein harmonisches Miteinander.

Hast du auch schon mal von einem Kontakt endgültig die Nase voll gehabt und ihn wieder entfreundet? Was waren deine Gründe?

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Share on whatsapp
WhatsApp

6 Kommentare

Marita Betz · 16. März 2014 um 14:53

Liebe Tina,

vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich hoffe dass diesen Artikel viele Lesen und Ihr Verhalten ändern. Das würde mich sehr freuen.

Viele herzliche Grüße

Marita

    Tina Gallinaro · 16. März 2014 um 15:00

    Hallo Marita, vielen Dank für Dein Feedback. Ja, es wäre wirklich nicht übel, wenn einige ihr Verhalten etwas ändern würden. Dann würde es wesentlich harmonischer in den sozialen Netzwerken zugehen ;-)

Heidi Gröbler · 17. März 2014 um 05:45

Also diese wortlosen Kontaktanfragen bei xing und das ständige „klick doch mal wieder gefällt mir“ bei Facebook nervt mich auch… es gibt ja auch noch ein reales Leben als wie die Klick-Welt.

Internette Grüße

Heidi Gröbler

    Tina Gallinaro · 17. März 2014 um 07:52

    ganz liebe internette Grüße zurück und vielen Dank für das nette Feedback :-)

Silke Bicker · 17. März 2014 um 15:46

Hallo Frau Galinaro,

mich nervt es, wenn Kontakte mich unaufgefordert in ihren Newsletterverteiler aufnehmen. Und bei höflicher Bitte um Entfernen meiner E-Mail-Adresse aus demselben patzig und beleidigt reagieren…

Grüße
Silke Bicker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen